Fugen reinigen im Bad – so werden sie wieder richtig sauber

Lesezeit: 6 Minuten

Eigentlich sieht das Badezimmer tipptopp aus. Fliesen gewischt, Armaturen poliert. Und dann fällt der Blick auf die Fugen und mit der Sauberkeit ist es plötzlich vorbei. Gelblich verfärbte Mörtelfugen, dunkle Stellen in den Ecken, vielleicht sogar erste Schimmelspuren an der Silikonfuge rund um die Dusche. Das Gute: Du brauchst weder teure Spezialreiniger noch stundenlanges Schrubben. Mit den richtigen Hausmitteln und ein paar einfachen Handgriffen sehen deine Badfugen wieder aus wie neu.

Fugen werden gereinigt mit gelben Schwamm und rosa Gummihandschuhen

Warum Fugen im Bad so schnell schmutzig werden

Kein Raum in der Wohnung ist so viel Feuchtigkeit ausgesetzt wie das Badezimmer. Warmer Dampf aus der Dusche, Spritzwasser am Waschbecken, stehendes Wasser in der Duschwanne – all das setzt den Fugen zu. Mörtelfugen sind porös und nehmen Feuchtigkeit auf. Zusammen mit Seifenresten, Hautschuppen und Kalkablagerungen aus dem Leitungswasser entsteht ein Nährboden für Bakterien und Schimmelpilze.

Die Folge: Helle Fugen verfärben sich gelblich oder grau. In den Ecken und Übergängen bilden sich dunkle Flecken. Und Silikonfugen rund um Dusche, Badewanne oder Waschbecken zeigen irgendwann rötliche oder schwarze Punkte – ein sicheres Zeichen für Schimmel.

Je länger du wartest, desto tiefer dringt der Schmutz ein. Deshalb lohnt es sich, Fugen im Bad regelmäßig zu reinigen, bevor aus einer leichten Verfärbung ein echtes Problem wird.

Mörtelfugen und Silikonfugen – was du unterscheiden musst

Bevor du mit dem Putzen loslegst, schau dir deine Fugen genau an. Denn im Bad gibt es zwei verschiedene Fugenarten, die unterschiedlich gereinigt werden müssen.

Mörtelfugen (auch Zementfugen genannt) sind die harten, meist hellgrauen oder weißen Linien zwischen den Fliesen an Wand und Boden. Sie bestehen aus Zementmörtel und sind relativ robust, vertragen aber keine Säuren wie Essig oder Zitronensäure, weil diese den Mörtel langfristig angreifen.

Silikonfugen findest du vor allem dort, wo verschiedene Materialien aufeinandertreffen: rund um die Badewanne, an der Duschtasse, am Übergang zwischen Fliese und Waschbecken. Sie sind elastisch und wasserabweisend, aber empfindlicher als Mörtelfugen. Ist Schimmel einmal in das Silikon eingedrungen, hilft oft nur noch das Erneuern.

EigenschaftMörtelfugenSilikonfugen
MaterialZementmörtelSilikon oder Acryl
Typische StellenZwischen Fliesen (Wand + Boden)Übergänge: Wanne, Dusche, Waschbecken
OberflächePorös, saugfähigElastisch, glatt
Empfindlich gegenSäuren (Essig, Zitrone)Hitze, aggressive Reiniger
ReinigungBackpulver, Natron, DampfreinigerMilde Reiniger, verdünnte Essigessenz
Lebensdauer15–25 Jahre5–10 Jahre (dann erneuern)

Fugen im Bad reinigen: die besten Hausmittel

Für die meisten Verschmutzungen brauchst du keine Spezialprodukte. Drei Hausmittel haben sich bei der Fugenreinigung im Badezimmer bewährt – und du hast sie wahrscheinlich schon zu Hause.

Backpulver oder Natron: Das beliebteste Hausmittel zum Fugen reinigen im Bad. Mische Backpulver oder Natron mit etwas lauwarmem Wasser zu einer dickflüssigen Paste (Verhältnis ca. 3:1). Trage die Paste mit einer alten Zahnbürste auf die Fugen auf und lass sie 30 bis 60 Minuten einwirken. Anschließend mit klarem Wasser abspülen und mit einem trockenen Tuch nachwischen.

Backpulver wirkt leicht alkalisch und löst Fett, Seifenreste und oberflächliche Verfärbungen zuverlässig. Für Mörtelfugen ist es ideal – schonend genug, um den Mörtel nicht anzugreifen, und trotzdem wirksam.

Soda: Soda funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie Natron, ist aber etwas stärker. Mische einen Esslöffel Soda mit einer Tasse warmem Wasser und trage die Lösung auf die Fugen auf. Besonders bei hartnäckigeren Verfärbungen oder wenn Backpulver allein nicht reicht, ist Soda die nächste Stufe.

Wichtig: Trage bei der Arbeit mit Soda Handschuhe, da es die Haut reizen kann.

Zahnpasta: Klingt ungewöhnlich, funktioniert aber erstaunlich gut bei kleineren Verschmutzungen. Weiße Zahnpasta (keine Gel-Variante) enthält milde Schleifpartikel und Reinigungsstoffe, die oberflächlichen Schmutz aus den Fugen lösen. Einfach auftragen, mit der Zahnbürste einarbeiten und nach 15 Minuten abwischen. Vor allem für Zwischendurch eine schnelle Lösung.

HausmittelWirkungGeeignet fürEinwirkzeitAufwand
Backpulver / NatronAlkalisch, fettlösendMörtelfugen, leichte Verfärbungen30–60 Min.Gering
SodaStärker alkalischHartnäckige Verschmutzungen20–30 Min.Gering
ZahnpastaMild abrasivLeichte Flecken, Schnellreinigung10–15 Min.Sehr gering
DampfreinigerHitze + DruckAlle Mörtelfugen, SchimmelSofortMittel (Gerät nötig)

Dampfreiniger: Fugen reinigen ohne Chemie

Wenn du regelmäßig Fugen im Badezimmer reinigen möchtest, ohne jedes Mal eine Paste anzurühren, ist ein Dampfreiniger eine gute Investition. Der heiße Wasserdampf (über 100 °C) löst selbst festsitzenden Schmutz und tötet Bakterien und Schimmelpilze zuverlässig ab – ganz ohne chemische Zusätze.

Besonders für Mörtelfugen auf dem Boden funktioniert das hervorragend. Einfach die Punktdüse aufsetzen, langsam über die Fugen fahren und den gelösten Schmutz mit einem Tuch aufnehmen.

Aber Achtung: Silikonfugen vertragen die Hitze nicht. Der heiße Dampf kann das Silikon aufweichen und beschädigen. Nutze den Dampfreiniger deshalb nur für Mörtelfugen zwischen den Fliesen – nicht für die elastischen Fugen an Wanne, Dusche oder Waschbecken.

Schimmel in Badfugen – wann es ernst wird

Schwarze oder rötliche Flecken auf den Fugen sind fast immer Schimmel. In einem feuchten Badezimmer ist das keine Seltenheit – aber ignorieren solltest du es nicht. Schimmelsporen können Atemwegsreizungen und Allergien auslösen, besonders in schlecht belüfteten Räumen.

Bei Mörtelfugen helfen oft noch Hausmittel: Wasserstoffperoxid (3-prozentige Lösung aus der Apotheke) auf die betroffenen Stellen auftragen, 20 Minuten einwirken lassen und abspülen. Alternativ gibt es chlorhaltige Schimmelentferner – die wirken schnell, riechen aber intensiv. Trage dabei immer Handschuhe und lüfte gut.

Bei Silikonfugen ist Schimmel leider hartnäckiger. Wenn die schwarzen Stellen trotz Reinigung nicht verschwinden, ist der Schimmel ins Material eingedrungen. Dann bleibt nur eins: die alte Silikonfuge herausschneiden und neu verfugen. Klingt aufwendig, ist aber mit etwas Übung in einer Stunde erledigt.

Wann zum Profi? Wenn der Schimmel großflächig auftritt (mehr als 50 cm²) oder immer wiederkommt, kann ein tieferliegendes Feuchtigkeitsproblem die Ursache sein. In dem Fall lohnt sich ein Blick vom Fachbetrieb.

Schritt für Schritt: So reinigst du Badfugen richtig

  1. Fugen vornässen. Sprühe die Fugen mit etwas lauwarmem Wasser ein. Das öffnet die Poren des Mörtels und sorgt dafür, dass das Reinigungsmittel besser einziehen kann.
  2. Reinigungsmittel auftragen. Trage die Backpulver-Paste (oder ein anderes Hausmittel deiner Wahl) mit einer alten Zahnbürste oder einer kleinen Fugenbürste gezielt auf die Fugen auf.
  3. Einwirken lassen. Gib dem Mittel mindestens 30 Minuten Zeit. Bei starken Verfärbungen darf es auch eine Stunde sein.
  4. Fugen schrubben. Arbeite die Paste mit der Zahnbürste in kleinen, kreisenden Bewegungen in die Fugen ein. Kein übermäßiger Druck nötig – die Borsten und das Mittel erledigen die Arbeit.
  5. Gründlich abspülen. Wasche die Reste mit klarem Wasser ab. Achte darauf, dass keine Rückstände in den Fugen bleiben.
  6. Trockenwischen. Wische die Fugen und Fliesen mit einem sauberen, trockenen Tuch nach. Das verhindert neue Kalkflecken und entzieht Schimmel die Feuchtigkeit.

Silikonfugen richtig reinigen

Silikonfugen brauchen eine sanftere Behandlung als Mörtelfugen. Auf keinen Fall Backpulver-Paste oder Scheuermittel verwenden – das kann die glatte Oberfläche aufrauen und macht sie anfälliger für Schmutz.

Was funktioniert:

  • Verdünnte Essigessenz (1 Teil Essigessenz auf 3 Teile Wasser) auf die Silikonfuge auftragen und 15 Minuten einwirken lassen
  • Spezielle Silikonreiniger aus dem Baumarkt
  • Bei leichtem Schimmel: Schimmelentferner auf Chlorbasis, aber nur punktuell und gut belüftet

Was du vermeiden solltest:

  • Dampfreiniger (zu heiß für Silikon)
  • Scheuermilch oder Schmutzradierer
  • Unverdünnten Essig direkt auf die Fuge

Wenn die Silikonfuge trotz Reinigung verfärbt bleibt oder sich bereits ablöst, ist es Zeit für eine Erneuerung. Silikonfugen halten in der Regel 5 bis 10 Jahre, dann sollten sie ohnehin ausgetauscht werden. Wer sich die Arbeit rund um Dusche und Wanne regelmäßig erleichtern möchte, achtet am besten direkt auf Sanitärsilikon mit Schimmelhemmung.

Fugen im Bad sauber halten: so beugst du vor

Einmal gründlich geputzt, willst du das Ergebnis natürlich möglichst lange erhalten. Ein paar einfache Gewohnheiten helfen dabei:

Nach dem Duschen kurz abziehen. Ein Duschabzieher entfernt stehendes Wasser von Fliesen und Fugen in weniger als einer Minute. Gerade in der Dusche macht das den größten Unterschied – und beugt gleichzeitig Kalkablagerungen am Duschkopf und an der Glaswand vor.

Richtig lüften. Nach dem Baden oder Duschen mindestens 10 Minuten stoßlüften. Kipplüftung reicht nicht – die Feuchtigkeit muss komplett raus. Wer ein innenliegendes Bad ohne Fenster hat, sollte die Lüftung laufen lassen und die Tür offen halten.

Fugen alle 2–3 Monate reinigen. Klingt nach viel, ist aber als fester Bestandteil einer Putzroutine schnell erledigt. Wenn du mit der Backpulver-Methode arbeitest, sind 20 Minuten pro Durchgang realistisch.

Fugenversiegelung auftragen. Nach einer gründlichen Reinigung kannst du Mörtelfugen mit einer Imprägnierung versiegeln. Das verschließt die Poren und macht die Fugen wasserabweisend. Im Baumarkt gibt es dafür spezielle Fugenstifte oder Imprägniermittel zum Auftragen.

Wann sich professionelle Hilfe lohnt

Manchmal reichen Hausmittel und eigener Einsatz nicht mehr aus. Wenn der Schimmel immer wiederkommt, die Fugen trotz Reinigung dunkel bleiben oder du schlicht keine Zeit hast, dich regelmäßig darum zu kümmern – dann kann eine professionelle Reinigungskraft die Lösung sein.

Eine erfahrene Haushaltshilfe kennt die richtigen Mittel und Techniken, um auch hartnäckige Verschmutzungen im Bad in den Griff zu bekommen. Vom verstopften Abfluss über verkalkte Armaturen bis hin zu den Fugen – das Badezimmer wird von Grund auf sauber.

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FAQ – Fugen reinigen im Bad

Wie bekomme ich Fugen im Bad wieder weiß? +

Mische Backpulver oder Natron mit Wasser zu einer Paste und trage sie auf die Fugen auf. Nach 30 bis 60 Minuten Einwirkzeit mit einer Zahnbürste einarbeiten und abspülen. Für hartnäckige Verfärbungen hilft Wasserstoffperoxid (3 %).

Kann ich Essig zum Fugen reinigen verwenden? +

Für Mörtelfugen ist Essig nicht empfehlenswert – die Säure greift den Zement an und macht ihn porös. Für Silikonfugen kannst du verdünnte Essigessenz (1:3 mit Wasser) verwenden.

Wie oft sollte ich Badfugen reinigen? +

Idealerweise alle 2 bis 3 Monate eine gründliche Reinigung mit Hausmitteln. Zusätzlich nach jeder Dusche kurz abziehen – das verhindert den Großteil der Verschmutzungen.

Was hilft gegen Schimmel in Silikonfugen? +

Bei oberflächlichem Schimmel hilft ein chlorhaltiger Schimmelentferner. Ist der Schimmel bereits ins Silikon eingedrungen (schwarze Punkte, die sich nicht entfernen lassen), muss die Fuge herausgeschnitten und erneuert werden.

Darf ich einen Dampfreiniger für Silikonfugen verwenden? +

Nein. Der heiße Dampf kann das Silikon aufweichen und beschädigen. Dampfreiniger eignen sich nur für Mörtelfugen zwischen den Fliesen.

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Stine
Stine ist Expertin für clevere Reinigungstipps. Sie liebt alles rund um DIY und einfache Lösungen für den Alltag. Besonders am Herzen liegt ihr ein nachhaltiger Lebensstil – möglichst umweltschonend, ohne dass es kompliziert wird. In ihren Artikeln teilt sie praktische Tipps, die im echten Leben funktionieren: ehrlich, alltagsnah und leicht umzusetzen.
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Stine ist Expertin für clevere Reinigungstipps. Sie liebt alles rund um DIY und einfache Lösungen für den Alltag. Besonders am Herzen liegt ihr ein nachhaltiger Lebensstil – möglichst umweltschonend, ohne dass es kompliziert wird. In ihren Artikeln teilt sie praktische Tipps, die im echten Leben funktionieren: ehrlich, alltagsnah und leicht umzusetzen.